Sonntag, 20. November 2005

lichter.meer.

Es ist Kirmes vor dem Fenster, die letzten Ahornblätter liegen zahlreich auf den Lebkuchenbuden, und die farbigen Drehlichter von umhersausenden Gondeln zeichnen flüchtige Bilder auf meine Zimmerwände. Ich folge den Lichtspuren und bin stets einen Hauch zu spät; sie lassen sich selbst mit den Augen nicht greifen.

Ich spürte gerne Sandkörner auf der Kopfhaut, wenn ich mit aufgefächerten Fingern mein Haar durchkämme; ich leckte gerne windgekühlten Schweiss von den Lippen, röche gerne Schlick und Algen, sähe gerne meine Hände salzgegerbt. Ich möchte so viel kalte Luft um mich herum, wie ich in meinem ganzen Leben nie atmen könnte. Ich kneife die Augen zusammen und wünsche mir, dass die Lichter auf meiner Wand sich beruhigen und zu einem gelben, einförmig wandernden Leuchtturmstrahl vereinigen.

Enten sehen.

Darf ich mich zu Ihnen setzen? – Aber ich bitte Sie, junger Mann, Sie sehen doch, es ist auf dieser Bank hinreichend Platz für uns vorhanden. Kommen Sie, die Sonne wird bald hinter den Bäumen verschwinden, geniessen wir noch diesen kargen Rest! Schieben Sie den Stock ruhig zur Seite, oder geben Sie ihn mir einfach. – Danke. Es ist wirklich besonders schön, die letzten Sonnenstrahlen eines Winternachmittags auf dem Gesicht zu spüren. Und diese Ruhe! Im Sommer machen die Enten hinten am See immer ein Riesengeschnatter! – Ja, das Geschnatter, ich höre es jetzt noch fast, so kurz ist das für mein Gehör erst her…Und doch knirscht das Gras am Morgen jetzt schon, und der Erdboden, ja sogar die Hügelchen aus Regenwurmkacke, sie sind hart und vereist. – Ich sehe den Enten hier immer gerne zu; besonders, wenn sie wassern. Der letzte Moment, diese Spannung, bevor sie aufsetzen und zischend ihre weisse Schaumspur über die schwarze Wasseroberfläche zeichnen … ich werde wohl nie auf das Geheimnis kommen; dieser Anblick beraubt mich für eine Sekunde meines Bewusstseins. Ich verharre in meinem Starren. … Wissen Sie, ich bin Schauspieler, und ich bin sehr unglücklich darüber, denn dieser Beruf hat mich meiner Persönlichkeit beraubt. Mit jeder Rolle, die ich einübte, mit jedem Theaterstück, das ich mir ansah, mit jedem Film, den ich studierte, gruben sich all die Charaktere tiefer in mich ein. Ich kann mich selber zwar noch ausmachen, doch diese anderen Menschen sind mir überlegen, ich bin grau und öd neben ihnen. Und so falle ich aus purer Ratlosigkeit immer tiefer in die eine oder andere der in mir verinnerlichten Rollen. So finde ich in jeder Situation einen Ausweg. Nur wenn die Ente ihre Füsse ausstreckt und gleich zu Wasser gehen wird, wenn mich nur noch diese Anspannung beherrscht, dann kann ich nicht mehr an Schauspiel denken.

Ich weiss, was Sie meinen, mit dem Wassern der Enten. Ein faszinierender Augenblick von wunderbarer Schönheit! – Darf ich Sie fragen … Waren Sie … waren Sie immer schon blind? – Ja, und nein. Ich wurde blind geboren, und vor zwei Jahren wurde mir ein Gerät implantiert, mit dem man mich zum Sehen brachte. Ein Chip, neueste Hochtechnologie, ein Versuch. Ich habe die Enten fliegen sehen, und ich habe die Kinder auf dem grossen Brunnen spielen sehen. Zuerst hatte ich Freude an der Bereicherung meiner inneren Bilder, ich war verhext von all den Farben und Details. Doch zumeist fühlte ich mich überfordert, überfüttert. Ich musste lange lernen, welche Dinge wie aussehen, und eigentlich fand ich mich nie zurecht. Ich schloss immer mehr wieder meine Augen und lebte wie bisher. Irgendwann habe ich mir den Chip dann ausschalten lassen. Ich bin ein alter Mann, und mir hat nicht besonders gefallen, was ich sah. Es hat mich verwirrt, es hat mich beunruhigt und nervös gemacht. Und es half mir auch kaum je weiter. Nur die Enten hier im Park, und die Kinder, an die erinnere ich mich gerne. … Und Ihr verhaltenes, staunendes Lächeln wäre mit Bestimmtheit auch ganz niedlich anzusehen.

Samstag, 19. November 2005

real eingebildet.

"Nahtoderfahrungen - ausserkörperliche Erfahrungen: Einbildung oder Realität? Gleich, auf diesem Sender!"

Einbildung oder Realität? Ich bitte Sie, meine Damen und Herren SendungsankündigerInnen! Wo soll denn da ein Unterschied begraben liegen, wie soll denn das eine ernstzunehmende Fragestellung sein?

Sprechen wir endlich über die Realität! Es ist doch so einfach. Es gibt eine Realität, es gibt etwas, sonst läsen Sie diese Zeilen hier nicht. Sonst sässen Sie nicht da vor Ihrem Schirm und spürten diese leichte Steifheit im Kreuz. Natürlich gibt es dafür weder Beweis noch Beleg; Sie sagen das ganz richtig: Ich führe Sie mit lebensnahen Beispielen gezielt in die selektiv wahrgenommene Irre, wie jedes amerikanisch angehauchte Sachbuch, das etwas auf sich hält. Aber, und das müssen Sie doch eingestehen, falls ich Unrecht hätte und ich selber, der Herr moccalover, Sie, diese Zeilen und die Welt hinter ihrem Nacken - wenn das alles nicht bestände, was genauso möglich ist, dann wäre doch auch diese Diskussion inexistent, und ihr Gegenstand erst recht höchst überflüssig, nichtig, gar nie dagewesen seiend. Wir würden jetzt nicht plaudern, wir könnten über nichts plaudern.

Darum, so schlage ich vor, gehen wir doch einfach freiwillig und ohne weitere Sicherheit davon aus, dass es da etwas gibt. In Ordnung? Und nun kommen wir zum zweiten Punkt. Was es da gibt, und wie es funktioniert, das wissen wir grundsätzlich überhaupt nicht. Es ist da, doch wir wissen nicht, was genau und wie genau. Und, da bin ich mir sicher, wir werden es nie auch nur im geringsten wissen. Wir sind Organismen im Etwas, die dieses Etwas in sich abbilden, ohne darüber wirklich etwas zu wissen, etwas wissen zu können. Die Organismen erfinden das Etwas neu; und dies allein auf der Grundlage von Sinneseindrücken, bei denen sie nach all der Menschheitsgeschichte endlich zur Überzeugung gekommen sind, dass sie weder lügen noch die Wahrheit sagen, sondern einfach unbekannte Störungen in bekannte Reize verwandeln.

Worin läge da noch der Sinn, über die Übereinstimmung von innerer (erkundbarer) und äusserer (per se unbekannter) Realität zu philosophieren, und wäre es nur in einem reisserisch aufgemachten Teaser eines in Wahrheit sachlichen, drögen und daher gemeinhin auch informativen Wissenschaftsfernsehformat? Finden wir uns doch lieber damit ab, und wenden wir uns der Realität zu, die wir uns in unseren Köpfen formen. Überprüfen wir sie nicht darauf, ob sie mit dem Äusseren, das zwar da ist, das wir indes niemals kennen werden, übereinstimme; fragen wir uns doch einfach, ob wir mit dieser unserer eigenen Realität etwas anfangen, ob wir darin Widersprüche und anschlussfähige Erkenntnisse finden, ob wir daraus vielleicht Lehren ziehen können.

Wir können doch, meine Damen und Herren SendungsankündigerInnen (und das müsste ungefähr Punkt drei sein), küssen, liebkosen, sorgen, vorkehren, einplanen und nachsehen; wir können doch sinnvoll handeln, ohne letzte Sicherheiten zu besitzen? Die Wahrnehmung vom Nahtod und die klägliche Erinnerung daran, sie sind doch Produkte unserer Innenwelt, die genausowenig zur Erkenntnis des Äusseren, des Spürbaren und doch Unbekannten, beitragen können wie unsere alltäglichsten Empfindungen. Warum sollte die Beschreibung dieses Erlebnisses wahrer sein als jene irgendeines Zeitungsständers? Oder unwahrer? Glauben Sie denn, dass dem oft beschriebenen Rückblick auf das eigene Leben, dem Schweben über dem eigenen Körper, dem gleissenden Licht in den Augen - dass dem allem tiefere Bedeutung für unser Leben zukomme als die Wahrnehmung, dass ein kranker Mensch auf der Strasse sitzt und friert?

Sie wollen mir Erkenntnis bringen über Leben und Tod; vielleicht auch bloss über die neusten Erforschungen der Gehirndurchleuchter. Ich weiss doch, ich weiss doch. Im Tod wird alles anders, und ich wäre der letzte, der behauptete, zu wissen, was kommt. Und ich weiss genauso, dass alles, was mich als Ich berührt, eng mit meinem Gehirn verknüpft ist und dass eine Nahtodhallzination neurologische Spuren erzeugt. Haben Sie wirklich gedacht, dass ich nicht wüsste, was ich alles träumen kann? Und was im Traum möglich ist, ist möglich im Sterben. Ich erwarte keine Hilfe von Ihnen, Sie stellen sich da Fragen, an denen Sie sich pulverisieren werden. Sie erwarten Klärung von aussen und sehen nicht, dass Sie ja doch nur von innen her schauen können.

Verstehen Sie denn noch immer nicht? Die Realität ist Einbildung, es ist alles in Ihrem Kopf; und das da draussen, das werden Sie und ich, das werden wir alle nie verstehen. Wir müssen uns ein willkürliches Weltkonzept wählen, als bewusste Wesen, und gäbe es ein besseres, so hätten wir es genommen.

Haben Sie denn das Gefühl, dass in Ihren doch unter allen Umständen letztlich kurzen Leben genügend Zeit und Übersicht vorhanden wäre, um die Wahrheit zu finden – einmal vorausgesetzt, das wäre überhaupt möglich? Packen Sie ein damit, und packen Sie an! Es gibt genügend zu tun, und genügend zu fragen, auch wenn man dabei nur nach innerer Übereinstimmung sucht. Und lassen Sie mich in Ruhe mit Geschichten, die mir die plötzlich im Unerklärlichen entdeckte, bahnbrechende und umfassende Wahrheit verheissen.

Freitag, 18. November 2005

mund.

Heute ist mein Mund ganz klein geworden. Ich habe beinahe den ganzen Tag mit Männern an einem Tisch gesessen. Ich habe dabei fast nichts gesagt. Immerzu habe ich konzentriert ausgesehen. Ich habe wenig gegessen. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich wurde gedemütigt. Und jetzt sehe ich ihn, den Mund, im Spiegel, nachdem ich die Zähne geputzt habe. Die Lippen sind zusammengerückt und lassen nicht voneinander. Die Mundecken sind taub.

Donnerstag, 17. November 2005

murmeltierland

moccalover ist fremd gegangen. Allerdings an derart auserlesenem Ort, dass er gerne dazu steht.

ich selber.

Warum auch nur denkst du, dass das eine vergeudete Zeit gewesen wäre; dass die kurze Zeit, in der du zuhause herumsassest, besser war als jene, die du erlebt hättest, wenn du gemütlich die Strasse hochgegangen wärest, auf den Mauern neue Schriften gesucht hättest, gelassen anstatt gehetzt durch die Unterführungen gegangen wärest? Es hätte vielleicht sogar noch ein Kaffee dringelegen. Aber jetzt ist es gut, jetzt hast du die Beine ja schon gestreckt, die Füsse auf die Tasche gelegt, die auf dem Sitz gegenüber liegt. Die Tasche wird alt. Passt sie noch zu dir? Willst du noch diesen Kontrast? Ja, aber sicher doch!, das wirst du jetzt sagen, nicht wahr, ich kenne dich doch. Du willst alles zugleich haben, und alles zugleich sein. Nur keine Entscheidung treffen, die wirklich Folgen hätte. Und überhaupt, hast du dich vorhin im Spiegel unter den Kleiderhaken gesehen? Du bist ganz bleich und hast Augenringe. Das kümmert dich nicht, aber darum geht es mir ja auch nicht. Schlaf doch wieder einmal. Ja, natürlich solltest du schreiben, wer sollte das nicht. Du magst es ja, die Welt selber zu kontrollieren; herauszuputzen, was dir in Form, Farbe und Ton gerade passt, und vergessen, worüber du nicht denken magst; die Menschen wie fernbediente Roboter bewegen und mit deinen Ideen auffüllen. Sie einfach erleben lassen, was deiner Meinung nach sein könnte. Aber hast du dir schon einmal überlegt, wie abgeschrieben alles ist. ‚Abgeschrieben’, nicht im Sinne von kopiert, sondern wie abgegriffen; nicht physisch abgegriffen, sondern geistig. Was siehst du denn, die Bäume sind kahl und verweigern sich jeder Schönfärberei, die Menschen brauchen alle gleichzeitig jetzt ihre Ruhe; und du sitzt allein in diesem Sechserabteil, das auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke sanft vibriert und ein wenig ruckelt, wenn es ausnahmsweise über Weichen fährt. Sonst nichts. Du solltest dir die Nichtigkeit dieser halben Stunde, in der du hier sitzt und so schnell fährst, dass du eigentlich nirgendwo bist, zunutze machen – du solltest einfach mal nichts tun. Du solltest die Lücke, in der du nichts zu tun hast, ausser deinen müden Geist zu beschäftigen, gar nicht erst aufzufüllen versuchen. Nein, nicht einmal musikhören, nur dasein. Ach, wegen mir kannst du das nicht? Ich bin schon weg, ich lass’ dich sogleich in Ruhe. Wir haben uns so lange nicht gesprochen, dass ich das nun schon ein wenig auskosten möchte. Das Abteil hier riecht verreist; zufällig haben sich hier tausend Gerüche eingefunden, sind hängen oder kleben geblieben und dann gemeinsam alt geworden. Damit lässt sich doch etwas anfangen, nicht? Ich soll dir nicht so kommen? Na, wie denn sonst, ich bin ja nicht an deiner Stelle, ich kann die Dinge nicht berühren. Mach deine Nase auf, und schalte dein Programm aus. Ich weiss, ich sollte schon weg sein. Aber schau doch einmal zur Fensterscheibe. Siehst du dich? Du siehst doch bloss zwei Augen, die dich fixieren, und einen Kopf darum herum. Oh, das fühlt sich alles so fremd an? Du siehst nur die Augen oder den Kopf, aber nie alles zusammen? Du siehst nicht, wer sich hinter diesen Bildern versteckt? Nun, deswegen bin ich hier und helfe dir ein wenig. Aber du wolltest mich weghaben, ich verstehe dich, du bräuchtest ja wirklich bloss Ruhe. Und bitte, versuche doch, deine Aggressivität ein bisschen zu dämpfen, schliesslich sitzen wir doch im selben Boot. Ich gehe jetzt. Mach doch, was du willst, ich hab’s dir wenigstens gesagt. Das ist übrigens ein Ruheabteil, mein Lieber. Zu deinem Glück bist du alleine. Und, naja, wenigstens sprichst du jetzt wieder mit dir selber.

gut so

Die Steckerstifte von Elektrogeräten sind so isoliert, dass man sich auch bei nachlässigem Umgang mit ihnen nicht dem Strom aussetzt, wenn man sie aus der Steckdose zieht.
Das ist gut so, das ist für uns.

Lifttüren unterbrechen ihren Schliessungsvorgang, wenn man die Hand zwischen Tür und Rahmen hält.
Das ist gut so, das ist für uns.

Konfitüre in geschlossenen Portionenschalen kann nicht schimmeln, solange das Haltbarkeitsdatum noch nicht erreicht ist.
Das ist gut so, das ist für uns.

In Flugzeugkabinen gibt es Schwimmwesten, Atemmasken und Rutschbahnen, Whiskey und Papierbeutel.
Das ist gut so, das ist für uns.

Wer Kaffee bestellt, kriegt auch Sahne und Zucker, nur rauchen darf er dazu nicht immer.
Das ist gut so, das ist für uns.

Schlechte Ware kann man umtauschen, und die Stadt zahlt jedem einen Minimalsarg.
Das ist gut so, das ist für uns.

Mit modernen Akkus kann man länger mobiltelefonieren, als zwei Fussballspiele mitsamt Verlängerung und Penaltyschiessen dauern können.
Das ist gut so, das ist für uns.

Tote Menschen kann man fast nie sehen, dafür weltformatige Damenunterwäsche.
Das ist gut so, das ist für uns.

Dollar oder Euro lassen sich in jedem Land in Verkehr bringen, und für verlorene Kreditkarten gibt’s nach höchstens achtundvierzig Stunden Ersatz.
Das ist gut so, das ist für uns.

Der Computer kennt fast alle Rechtschreibregeln, und die Universitäten buhlen um Drittmittel aus der Geschäftswelt.
Das ist gut so, das ist für uns.

Die Sonne geht jeden Morgen auf, auch wenn sie sich im Nebel verschlüpft, und mit Tabletten kann man die Zeugung verhindern, Kinder beruhigen, Schmerzen wegwischen und die Verdauung befördern.
Das ist gut so, das ist für uns.

Jeden Tag erklären Experten, Kirchen, Zirkel und Vereine uns die Welt, und das Internet teilt jedem und allem unendlich grossen Raum zu.
Das ist gut so, das ist für uns.

Mit elektronischen Zahlungsaufträgen können Brunnen gebaut, Impfungen verteilt und Bäume gepflanzt werden; damit können Investitionsprodukte gekauft werden, die auf den Kupferpreis und die politische Entwicklung in Chile spekulieren.
Das ist gut so, das ist für uns.

Medizinische Geräte können jeden vorstellbaren Quer- oder Längsschnitt des Körpers in jeder Farbe abbilden, Satelliten können jeden Baum auf der Erde in jeder Farbe auf Bilder bannen.
Das ist gut so, das ist für uns.

Das Knacken des Gurkenglasdeckels versichert uns, dass niemand uns vergiften wird, und wer einen Kinositz mietet, der darf auf seinem Anspruch bestehen. Unsere Langeweile hindert uns daran, im anderen ein Monster zu sehen.

Weil die zweite Zahnbürste im Becher unter dem Spiegelschrank steht, wissen wir, dass wir nicht alleine sind.
Das ist gut so, das ist für uns.

Mittwoch, 16. November 2005

fahnen

Nun kommen mir die Fahnen hoch. Die Fahnen, die ich am letzten Samstag wehen sah. Wer hatte schon wieder gesagt, er wünsche sich einen schweizerischen Fussballsieg, weil dann kein Gehupe anschwelle, wie es von Anhängern der türkischen Mannschaft zu erwarten sei? Nun wird da unten aufs Horn gedrückt, was das Zeug hält, und diese Jubelgeste kann nur von Anhängern der sieghaften Schweizer Spieler herrühren. Wie alt die geäusserte Ansicht über den Charakter des Südländers an und für sich doch ist, man hat hier schon viele hergebrachte Brauchtümer übernommen. Sie fahren im Kreise, schreien zu den Fenstern und Dächern heraus und lassen die rotweissen Fahnen wedeln.

Ein Fahnenreigen war’s damals beim Hinspiel; die Gewerkschafter mit den rotweissschwarzen Fahnen, die ihnen am Morgen aus einer Kiste verteilt worden waren, zwängten sich in die Bahnhofshalle. Ihre Transparente forderten Lohnerhöhungen, und die Fahnenträger waren auf dem Weg nachhause nach einer Demonstration. In die Halle drangen von der anderen Seite, von den Geleisen her, gerade die Fussballfans mit roten Tüchern in allen Formen ein. Sie hatten keine Spruchbänder, nur Halstücher und Fahnen mit weissem Kreuz oder weissem Halbmond und Stern auf rotem Grund, die sie im Fanartikelvertrieb erworben hatten. Friedlich wie die sich am Werktagsmorgen zuwiderlaufenden Pendlerscharen vereinten sich die gewellten Felder der Fahnen und teilten sich bald darauf wieder. Die singenden, skandierenden Stimmen vermischten sich; die konkurrierenden Nationalgesänge wurden bloss ganz kurz von ‚Bella Ciao’ übertönt. Ich erschauerte angenehm ob dem Eindruck, den ein Stück Tuch, wenn es nur genügend multipliziert und hochgehalten wird, erzeugen kann; und als ich die Kreuze und Halbmonde sah, dachte ich daran, wie oft und gern sich dieses Erschauern mit dem Grauen vermählt.

Sonntag, 13. November 2005

wissen müssen

Diese Strasse wurde geopfert und vergessen. Sie liegt gleich hinter der scheinalten Altstadt; sie schluckt tags und nachts den Verkehr, den man aus der Kopfsteinpflasterzone vertrieben hat. Jeder kommt hier einmal durch, der sich auf dem Parcours der Einbahnstrassen dieser Stadt fortbewegt, doch keiner, der diese Strasse je verlassen hat, kann sich im darauffolgenden Augenblick noch an sie erinnern. Es ist allen, als wäre zwischen den letzten beiden Ampeln nichts passiert, als hätten sie kurz gedöst und nichts mitbekommen, und nicht einmal das bemerkt jemand.

Diese Strasse hat breite Trottoirs, aber gar keine Läden, nur schwerfällige, hochgeschossige, hundertjährige Verwaltungsburgen, die heute menschenleere Server- und Datenräume beherbergen. Die Mauern sind dunkelgrau und alle auf einer Linie, und die untersten Fenster sind weiter oben als jeder Kopf, ihre weit herausragenden Simse verstellen sämtliche Sicht ins innere. Auf sichtbarer Höhe sind bloss die kleinen Kellerfenster mit Schmiedeisengittern, die hinter einem dicken Rahmen vom Inneren der Wand her das Schwarze hervorgucken lassen.

Ein Blechkasten mit zwei verspiegelten Augen wacht über die Fahrzeuge, die durch diesen Korridor rasen und breite Linien, gesprenkelt von weissem Schaum, durch das Regenwasser ziehen. Ab und zu schickt er orange Blitze zu Boden, die zu den Häuserwänden zurückfallen, erlischt sogleich wieder und bewegt sich nie. Nina geht schnell, aber nicht auf gerader Linie, sie trägt zwei schwere Papiertaschen, deren Schwung sie mal auf die eine, mal auf die andere Seite ausschweifen lässt. Die Butter ist wohl weich geworden, und die Eierschwämme pampig. Sie war nach dem Einkaufen noch im Kino, und dann in der Kinobar beim Portwein, weil der Humor des Films es nicht vermocht hatte, auf sie überzugreifen. Sie war fünf Gläser lang geblieben und hatte mit dem dünnen Mädchen an der Theke, das sich wie jeden Dienstagabend langweilte, ein nettes Gespräch über Studiengebühren und Assistenzärzte geführt. Jetzt war sie alleine und musste hier durchgehen, wo kein Schaufenster mehr ihr Abwechslung bot, keine Bar mehr sie mit Versuchung ablenken konnte. Nur Mauern, Boden, Stein, Teer; und Autolichter.

Sie hätte es wissen müssen. Damals, Nina, da hast du noch Katharina und den anderen erzählt, wie süss er sich herausgeredet und behauptet hätte, Anna sei seine Cousine. Natürlich hast du die Lüge rasch erkannt, aber da trennte er sich schon von Anna, und nicht viel später fing alles so schön an. Du dachtest oft an die Lüge, doch du fandest sie süss und vollkommen ohne Schuld. Du fandest sie nur süss, weil sie für dich geschah. Dachtest du – für dich. Es war für ihn, alles nur für ihn, für seinen Egoismus. Du hättest es wissen müssen. Ich werde die Eierschwämme wegwerfen, und ich werde eine neue Wohnung gefunden haben, ehe er zurück ist. Ob er ihr gesagt hat, dass ich seine Tante sei?

Nina fasste die feucht gewordenen Papiertaschengriffe mit den Händen nach und drückte die Finger fester zusammen. Sie zog ihren Kopf nach oben und atmete tief ein. Nur noch fünfzig, hundert Meter, dann die Gasse hinab und zur Türe hinein. An der Ampel vorne sass ein Mann im Fenstersims eines Kellerfensters; er musste sich ducken und den Kopf ein wenig hervorstrecken, weil der Leerraum nur bis zu seinem Nacken reichte. Zwei Krücken lehnten an der Wand, und eine Bierdose stand neben dem sitzenden Mann. Er blickte ängstlich zu ihr hoch, wie sie an ihm vorüberschritt. Sein Fussverband war von der nassen Strasse geschwärzt worden. Gestern noch hatte sie am Bahnhof oben zwei Franken für ihn aus der Hosentasche geklaubt. Sie wich seinem Blick nach kurzem Verhaktsein darin wieder aus. Und du wolltest traurig sein, Nina. Da, das ist traurig, mein Mädchen. Schäme dich.

Freitag, 11. November 2005

sie ist weg

Sie ist weg, und nicht so wie sonst ab und an. Nicht mit Abmeldung und Ankündigung von Reiseberichten; nein, ein kurzes, dichtes Feuer an schönen, komplexen Satzkonstrukten, und schon ist es vorbei, ohne dass man ganz begriffen hätte. Man versteht erst nach und nach; es ist unmöglich, Kommentare zu hinterlassen, und der Text, den man auslegt und immer wieder von neuem auslegt, er lässt Grosses, Wichtiges anklingen. Auch wenn er bewusst nicht bis ins Letzte verständlich ist, so spürt man doch, dass da Enttäuschung gewesen sein könnte, oder Ermüdung, oder Verausgabung. Das Blog, das mir den Ärmel hineinzog; die Bloggerin, die so eloquent war wie erfrischend, und deren Sätze eleganteste Tänze aufführten. Ihre Gastlichkeit hat mich in die Blogosphäre eingeführt. Das melancholische Blog liegt nun in flüssigem Stickstoff, man kann es betrachten, aber nicht mehr berühren. Ja – auf bald, auf ein baldiges Wiederlesen, Frau Modeste!

festlegen

Warum, warum nur, frage ich Sie, sollte ich mich denn bloss – „festlegen“? Das fragte die Künstlerin am Vernissagenapero ihre Schulfreundin vom Fernsehen, die sie gerade für die Abendregionalnachrichten befragte. Und in die Betonung des Wortes „festlegen“ legte sie ihr ganzes verfügbares Unverständnis. Sehen Sie, all die Stile, Theorien und Schulen, das ist meine Klaviatur, und ich kann Ihnen versichern, ich mag davon jede einzelne Taste. Ich muss bloss herausfinden, welcher Ton meinem Gefühl heute entspricht. Was wollen Sie heute denn anderes tun? Dem Klavier eine neue Taste verpassen? Neues kann nicht mehr kommen. Ich bitte Sie, Verehrteste, warum sollte ich, wie könnte ich, mich auf eine einzige Form beschränken, wo doch heute niemand weiss, wohin wir alle gehen?

wilhelm und helvetia

Wenn der Wilhelm mit der Helvetia, dann gibt das fünfzig Kilo Geburtsgewicht, die umgehend getauft sein wollen, sobald ihr Geschlecht auch feststeht. Eine Regel besagt, dass der Name diesmal mit einem C beginnen solle; und daher ist die Gleichung nicht schwer. Wilhelm und Helvetia, die Absicht hinter diesen Namen ist klar – das kann nur einen Christoph geben. Und wenn es doch ein Weibchen wäre, dann soll es Christoph-Silvia heissen. Männer dürfen ja auch Gian Maria heissen.

phantastisch

Die Phantasie ist wohl ein kleiner Speichersee, hoch oben in den Bergen. Und wenn die Gewitter über die Gipfel ziehen, dann füllt er sich rasch, das Wasser schwappt über die Mauern und tost zu Tale. Danach ist es lange ruhig; nur ein kleines Rinnsal, das oft vertrocknet, kommt noch herunter, der Gletscher schmilzt beständig und füllt das Seelein wieder auf. Nur manchmal, da habe ich Angst, der Gletscher könnte verschwinden, oder die Gewitter andere Wege finden.

wie_gehts

Wie geht es Dir? – Ui, da erwischst du mich aber komplett auf dem falschen Fuss. Was soll ich dir sagen, ich weiss nicht so recht. Ich war zuletzt… warte mal, ich war, glaube ich, Montag… nein, es muss Sonntag gewesen sein. Ja, Sonntagmorgen. Sonntagmorgen war ich das letzte Mal kurz bei mir, aber in der Hast vergass ich glatt, nachzuschauen. Und jetzt bin ich die ganze Woche über schon gefühlsblind.

Mittwoch, 9. November 2005

ruhe, wohnung, ruhe.

Das Fenster ist einen Spalt breit geöffnet, die Flügel liegen über Kreuz. Der Esstisch ist aufgeräumt, die Brotkrümel warten auf dem Fenstersims auf hungrige Spatzen. Nur ein zerfledderter Taschenfahrplan liegt ausserhalb der Ordnung neben der Fruchtschale auf dem Tisch. Die Wohnung ist leer, sie ist zur Ruhe gekommen und atmet warme Abendluft durch den Fensterspalt hindurch. Die Asche im Abfallsack wird bald aufhören zu stinken, die Kaffeemaschine wird erkalten, die Tropfen im Schüttstein werden verdampfen. Und der Staub, der jetzt noch in den Sonnenstrahlen tanzt, wird sich auf die Bücher legen, die unter der Bettkante liegen. Das Lämpchen der Spülmaschine gibt der Stille in grüner Farbe den immergleichen Takt vor. Ein Heizkörperventil winselt eintönig vor sich hin, die Kaffeedose fällt vom krummen Zeitungsstapel und entlässt ihre Bohnen mit kurzem Scheppern auf den Boden. Das Zeitungspapier wird sich in der feuchten Luft leicht wellen, wenn die Nacht Regen bringt. Die Düfte in meinem Bett werden verflogen sein, es wird so fremd riechen wie ein Hotelbett. Die Bananenstaude wird ein neues Blatt entfaltet haben, wenn ich zurückkomme. Und an seiner Spitze wird ein öliger Wassertropf glänzen.

Montag, 7. November 2005

fortschritt.

Ein Riesenfortschritt, sage ich dir: Kein Ausschnitt, kein Mini, keine blaugrüne Glimmerschminke und kein Parfum. Nur Lunch, sie einen Salat und ich Spaghetti; unter Berufsleuten, sozusagen. Bald habe ich sie so heruntergeschraubt, dass ich sie wieder ertrage. – Und warum sagst du ihr nicht gleich, dass du nichts an ihr findest? – Naja, das würde erstens sehr intensiv, dafür habe ich keine Kraft. Und zweitens finde ich, dass es für sie besser ist, wenn sie selber darauf kommt; als selbst gewonnene Erkenntnis wird sie souveräner damit umgehen und genau dasselbe Ergebnis als Erfolg und nicht als Niederlage werten.

mögen

Kennst du die vielleicht? Du schaust ihr immer wieder nach, das habe ich wohl bemerkt. Die schaut ja sehr lecker aus. - Ja, das ist die Nadine aus dem Grundkurs, die serviert manchmal hier, wir kennen uns tatsächlich ein bisschen. – Willst du nicht hingehen und hallo sagen? Ich meine ... – Nein, das bringt nichts. Sie mag mich nicht einmal halb so gut wie ich sie.

Sonntag, 6. November 2005

schwarze hunde, weisse hunde

Es gab einen schwarzen Hund, der es nicht lassen konnte, allen weissen Hunden, die er sah, nachzurennen und ihnen in die Hinterbeine zu beissen. Er war voller Neid gegenüber diesen hellen Geschöpfen, er war eifersüchtig auf ihr weiches, wohlriechendes Fell. Er wäre vielleicht am liebsten selber weiss gewesen; jedenfalls suchte er stetig die Nähe der weissen Hunde und konnte dann doch nicht anders, als sie zu beissen, sogleich das Kinn flach zum Boden zu drücken und davonzutappen. Als Welpen, so erinnerte er sich schwach, da waren wir alle im Korb und lagen in der Wärme der Mutter beieinander; schwarze und weisse Hündchen. Doch später wurden sie voneinander getrennt und nur noch unter ihresgleichen gehalten, damit ihr Fell reiner wuchs. Der schwarze Hund vermisste die weissen Hunde all die Zeit über sehr fest, und er war überzeugt, dass sie das bessere Fressen, die wärmeren Worte und das weichere Körbchen kriegten. Er wurde bitter ob der Trennung und seinem Neid. Heute sieht er häufig weisse Hunde, man hat ihn aus der Zucht entlassen. Aber er ist zu schüchtern und zu wütend, um sich vor sie hinzustellen und ihnen in die Augen zu blicken, sie zu beschnuppern, wie anständige Hunde das tun.

verfälschen.

Herr Devilliers wird wohl schon bald ein wenig im Gefängnis sitzen. Er hat nämlich beschlossen, so sagte er mir stolz, Wahlfälschung (Art. 282 StGB-CH) zu begehen, ein „Vergehen gegen den Volkswillen“. Das gibt Gefängnis bis zu drei Jahren. Vielleicht auch bloss eine Busse – wenn man lieb aussieht und nicht in amtlicher Eigenschaft handelt. Er hatte die Kampagne satt, die gerade lief. Abstimmungskampagnen waren immer mehr oder weniger heuchlerisch, aber diesmal fühlte er sich so angegriffen, dass er illegales Tun für gerechtfertigt hielt.

Wie immer am Sonntagmorgen sass Herr Devilliers in einem dunklen Kunstledersofa am Fenster des Tea-Room Royal und las ausgiebig deutsche und französische Zeitungen der letzten Woche. Er liess sich Kännchen mit Schwarztee bringen und ass um halbzwölf ein dreifaches Rührei mit Milch. Anstatt einer Krawatte wölbte sich wie immer ein feinbedrucktes, blaurotes Seidentuch aus dem um zwei Knöpfe geöffneten Streifenhemd. Heute brach die Sonne um zehn durch den Nebel, setzte den Teeperlen am Tassenrand einen Funken auf und liess die tiefen Furchen auf der Stirn von Herrn Devilliers klarer hervortreten, als er sich aufregte.

Es ist klar; es geht bei dieser Abstimmung nicht um den Sonntagsverkauf am Bahnhof, so, wie’s auf dem amtlichen Zettel steht, sondern um ein Signal, das die Bevölkerung den interessierten Deutern geben wird. Sie wird nämlich sagen: Ja, kein Problem, wir wollen einkaufen am Sonntag, und zwar alles und noch mehr; nicht bloss (weit ausgelegten) „Reisebedarf“. Sobald die Bahnhöfe alles verkaufen dürfen, werden sie zu Einkaufszentren mit Bahnanschluss, was wiederum enormen Druck auf die Städte und Megamalls auf der betonierten Wiese erzeugen wird. Sie werden Gleichbehandlung einfordern. Und je mehr Menschen am Sonntag arbeiten, desto weniger wird sich der Lohnzuschlag halten können. Darum geht es.

Hingegen lächelt von den Plakaten und aus den Inseraten, deren Textteil in fast bundesbahneigenem blauweiss gehalten ist, eine junge Dame mit Erfahrung als Bundesbahnangestellte, die Miss Schweiz wurde; in der Linken trägt sie das tägliche Fait-divers-Kompendium „20 Minuten“, diesen urbanen Inbegriff journalistischer Realitätsverachtung und leserischer Realitätsverweigerung. Keine Zeitung, und sei sie noch so gut geschrieben und bebildert, zählt so viele Leser hier wie dieses Schülerblatt, und weil sie gratis ist und auch sehr billig, verschmutzt sie zu Hunderten, in Dreck und Staub herumliegend, alle Züge und Bahnhöfe dieses Landes. Damit wurde sie in der Tat zum Symbol für den Bahnhof und die modernen, aufgeschlossenen, interessierten und modischen Menschen, die mit I-Pod und Gratisblatt über die Schienen sausen und einen Blick durchs Fenster nicht verständen. Und zu dieser Art von Modernität soll ich also ja sagen?

Nicht minder in Rage geriet Herr Devilliers ob der freisinnigen Partei, welche die freie Wahl, auf die bekanntermassen kaum jemand gerne verzichtet, einem knallharten „Einkaufsverbot“ gegenüberstellte. Es wäre eine jener Abstimmungen geworden, bei denen Herr Devilliers für die Schwachen gestimmt hätte, ohne sich mit der Vorlage näher zu beschäftigen, ohne gänzlich überzeugt zu sein, weil er seine Stimme aufgrund der einmal mehr zum Vornherein glasklaren Verhältnisse als kleines Protestsymbol verstanden hätte.

Doch durch diese beiden Kampagnen der Wirtschaft, die hier ein leichtes Spiel hatte und trotzdem keine einzige ihrer Karten auf den Tisch legte, fühlte sich Herr Devilliers in seiner Würde als betont intellektueller Mensch angegriffen. Eine Schönheitskönigin a.D., die mit dem Verdummungselaborat par excellence posiert und für Dinge wirbt, die nicht Gegenstand der Diskussion sind („Offene Bahnhöfe“). Und eine Partei, die offenbar den jederzeitigen Konsum einfordert und ihre Gegner, denen ein halbgrundsätzlich shoppingfreier Sonntag wünschenswert vorkommt, als Tyrannen, als Feinde von Freiheit und Vernunft, beschimpft („Freie Wahl statt Einkaufsverbot – Ja zu vernünftigen Ladenöffnungszeiten“).

Und in seiner Kränkung hat Herr Devilliers beschlossen, eigenhändig 17'000 Stimmen zu fälschen und in verschiedenen Zähllokalen in die Urnen zu schmuggeln. Selbst wenn ihm das gelänge, war ich versucht einwenden, würde diese Abstimmung für die Gegner mit noch viel mehr Stimmen Unterschied bachab gehen. Aber er will bloss seinen Ärger stillen, nicht ins Weltgeschehen eingreifen.

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wer hat das angerichtet?
Die Ursache? Es ist nicht die Gier. Es ist der Glaube...
moccalover - 12. Mai, 22:39
dem gedanken folgen.
sobald ich versuche, alles in mehr oder minder stummes...
moccalover - 19. Nov, 22:36
unternehmensethik.
es ist doch nicht das unternehmen, das ethisch sein...
moccalover - 19. Nov, 22:34
und was das heisse, wenn...
und was das heisse, wenn jemand jemand sei.
moccalover - 19. Nov, 22:33
danke. wenn nur die umsetzung...
danke. wenn nur die umsetzung so einfach wie die erkenntnis...
moccalover - 19. Nov, 22:31
wer das eigentlich sei
wer das eigentlich sei
Reh Volution - 10. Nov, 07:32
da steckt viel wahrheit...
da steckt viel wahrheit drin.
me. (Gast) - 7. Nov, 21:10
danke!
danke!
moccalover - 6. Nov, 00:20
das verbrechen.
Das grösste, das ursprünglichste und verheerendste...
moccalover - 6. Nov, 00:05
nah und fern.
Leo drehte die Bierflasche langsam auf den Kopf, und...
moccalover - 6. Nov, 00:05
selbstbewusst.
selbstbewusstsein heisst nicht, sich überlegen zu fühlen nicht,...
moccalover - 6. Nov, 00:04
die vorstellung und das...
gibt es etwas Schöneres, als etwas unvermittelt zu...
moccalover - 6. Nov, 00:02
um zu
um zu
Reh Volution - 12. Okt, 08:12
um mich herum.
Das Leben. Ein Schlüssel, der mir Haus und Wohnung...
moccalover - 12. Okt, 00:43
Sandwichs.
Du hast jemand, der für dich Sandwichs streicht. Da...
moccalover - 2. Sep, 22:53

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