zwei Sonnen

Und ich fragte mich, wie es wohl wäre, wenn vis-à-vis unserer Sonne noch einmal eine solche stünde – und inmitten der beiden die Erde; was wohl wäre, wenn wir das Dunkel, das Schwarze und die Nacht nicht kennten.
TheSource - 24. Sep, 22:17

Verbrannte Erde.


rebella jane doe - 24. Sep, 22:24

zappen-hell.
auch nicht grade toll.

moccalover - 25. Sep, 12:29

ob es Leben gäbe, ohne den Wechsel von Tag und Nacht, Warm und Kalt?

wvs_at_re-actio.com - 25. Sep, 17:01

Dabei handelt es sich um eine "rhetorische Frage", ....

denn denkbar ist jede beliebige Konstellation - und ich bin sicher, es gibt sie auch irgendwo in der Tiefe des Weltalls .... unterstellt man Adaptation an die physikalischen und chemischen Gegebenheiten, könnte sich in diesem Fall (wie von Ihnen angenommen, zwei gegenüberliegende Sonnen) eine Flora/Fauna bilden, die schattenspendende Strukturen hätte oder es wäre ein Leben unter der Oberfläche denkbar .... dazu habe ich schon einmal Stellung genommen, und auf ein Buch hingewiesen, das sich mit fremden Lebensformen aus biologischer Sicht befaßt.
moccalover - 25. Sep, 21:52

Naja... ich war mir eben nicht ganz sicher, ob es nicht letztlich die selber energielose Bewegung zwischen Tag und Nacht, zwischen Gezeiten und Jahreszeiten ist, welche die zweifellos vorhandene Energie ins Schwingen brachte. Dass es aber unter anderen Umständen auch zu Leben kommen kann, will ich natürlich nicht in Frage stellen, Energie und Schwankungen, die Pendel in Bewegung setzen können, gibt es im Weltall ja zuhauf. Mich irritiert ja, wie Sie wissen, die Schlussfolgerung mancher, die Welt sei so faszinierend komplex, dass der Zufall zur Erklärung nicht hinreichend sei. Natürlich ist die Welt unglaublich komplex, aber ich vermag nicht zu verstehen, was so wunderhaft daran sein soll; vielmehr geschieht dieses Wunder so tagtäglich, dass wir es ruhig als Normalität einstufen können - auch wenn es für uns hochkomplex und letztlich unverständlich ist. Und dann ist es auch nicht mehr so abwegig, an anderes Leben zu glauben (abwegig bleibt es angesichts der bekannten Naturgesetze, an eine Kontaktaufnahme mit demselben zu glauben). Ich denke bloss, dass bei ganz konstanten Bedingungen natürlich nichts entstanden wäre; Bewegung und Dynamik sind nicht wegzudenken.
wvs_at_re-actio.com - 26. Sep, 02:34

Unterstellt ....

man, daß die Naturgesetze (hier: 3. Hauptsatz der Thermodynamik, frei formuliert) lehren:
"Das Universum strebt dem Chaos entgegen",
so ist der Zustand "Leben" eine Ausnahme, die temporär - durch Energieaufnahme und ~wandlung - diesem Zustand entgegenwirkt.

Es ist also
a) eine Frage der Ordnung,
b) eine Frage der Organisation und
c) eine Frage der Bilanz [von Energie]
von chemisch-physikalischen Gesetzmäßigkeiten.

Insoweit ist Ihre Aussage " .. Bewegung und Dynamik sind nicht wegzudenken." eine zwar verkürzte, aber treffende Beschreibung.

Zudem ist in verschiedenen Publikationen [z.B. Jaques Monod "Zufall und Notwendigkeit"] darauf hingewiesen worden, daß das, was wir als "Zufall" interpretieren, durchaus eine Richtung hat: Nur sind wir mit unseren derzeitigen Modellen nicht in der Lage, deren Ergebnis zu "berechnen"!

Und, wie Sie wissen, genau das macht es Vielen schwer, ohne "höhere Wesen" oder ähnlichen Schnick-Schnack zu beschreiben ....

Damit ich nicht falsch verstanden werde:
Ich glaube an eine "höhere Kraft", die im Universum wirksam sein muß, nur scheint mir die Einengung auf "Gott" (als "Höheres Wesen" oder "Schöpfer") unangebracht.
moccalover - 26. Sep, 19:38

Einverstanden. Allerdings: Wendet sich dieses thermodynamische Gesetz (definitiv mehr Ihre Materie als meine...) wirklich auf das Universum insgesamt an? Oder ist dieses nicht einfach Chaos, das Chaos bleibt und Chaos gebiert? Was im kleinen Rahmen als Ordnung aufflackert, ist übers Ganze gesehen wahrscheinlich nicht ausschlaggebend. Sie müssen entschuldigen, wenn ich die Naturwissenschaften immer mit der Philosophie verknüpfe. Ich fragte mich halt, ob Gut und Böse, Wohl und Weh, als Ideen der Menschen verwandt sind mit dem Wechseln der Natur.

Ob die Tatsache, dass etwas ist (und nicht nichts ist), Zufall oder Absicht/Planung/Steuerung sei, sprengt den Begriff des Zufalls ohnehin: Dieser bedeutet ja, dass ein Ereignis nicht als zwingende Folge von vorangegangenen Ereignissen gedeutet bzw. erklärt werden kann. Nun - wenn wir Würfel werfen, sprechen wir vom Zufall, nur weil wir zu faul sind, mithilfe physikalischer Gesetze aus der Handbewegung die gewürfelte Zahl herauszurechnen. Also gar kein Zufall. Aber warum bewegt sich die Hand so - und nicht anders? Doch Zufall? Oder immer noch theoretisch aus dem Vorangegangenen erklärbar? Es gibt also einen Alltagszufall und einen metaphysischen Zufall: Der erste ist ein Gebrauchsding, wo wir nicht weiter nach Ursachen forschen mögen, und der zweite ist ein philosophisches Prinzip wie die Emergenz, das besagt, dass neue Dinge entstehen können, die im Alten nicht schon vorgespurt gewesen sind. Wenn wir aber das Universum betrachten, so ist die Frage, ob es eine zwingende oder doch bloss zufällige Folge des vorherigen Zustandes darstelle, angesichts unseres Unwissens über einen Vorzustand (wenn es denn einen gab) natürlich eine Überforderung. Wenn wir nun im Alltag von einem metaphysischen Zufall ausgehen, werden wir es auch bezüglich des Universums tun. Und wenn wir auch im Alltag von einer eher mechanischen oder dann aber religiösen Kausalitätslehre ausgehen, dann sehen wir auch das Sein an sich in dieser Art.

Übrigens: kennen Sie Henry G. Brinton schon? Absolut lesenswert, der Mann hat Weltformat. Auch das ist just f. great.
wvs_at_re-actio.com - 26. Sep, 22:37

Betrachtet man ....

den Zufall als Entgleisung des Normalen so mögen Sie mit ihrer Annahme richtig liegen.
Ich neige aber eher dazu, alle Vorgänge als zufällig zu betrachten, wobei es größere oder geringere Wahrscheinlichkeit gibt, daß sich ein bestimmter Zufall wiederholt. So gesehen muß man das "Chaos" nicht erst erfinden: Es umgibt und beherrscht uns - und damit natürlich auch das Weltall ....

Wir neigen - ob der Fähigkeit Vergangenheit und Zukunft voneinander und vom "jetzt" zu trennen - zu einer (speziesbedingten) Überheblichkeit. Es ist eine Art Autosuggestion. Wir meinen, dadurch, daß wir etwas beschreiben, in Schubladen packen, es zu beherrschen. Eine einfache Autofahrt - selbst ohne besondere Vorkommnisse - wird uns bei genauer Prüfung eines Besseren belehren: Nichts geschieht zweimal auf dieser Welt, wenngleich wir die Nuancen manchmal "mit der Lupe" suchen müßten, um sie zu sehen ....

Mir ist daher die Unterscheidung in verschiedene Zufälle, Kausalitäten oder Gesetzmäßigkeiten nicht einleuchtend. Das Chaos hingegen stimmt mich froh! Es zeigt uns, daß wir eben nicht "die Krone der Schöpfung", sondern ein Teil, und noch nicht einmal der wichtigste Teil davon sind ....

PS:
Die Leseempfehlung ist notiert. Danke!
wvs_at_re-actio.com - 26. Sep, 22:45

Ach ja, ....

da fällt mir noch die Zahl "80" ins Auge:
Selten, daß ein Blogger in so wenigen Tagen so viel zum Nachdenken angeregt hat ....
Das mußte auch einmal gesagt werden ....
moccalover - 26. Sep, 23:00

Danke sehr; mit Ihnen lässt es sich besonders gut denken!

Ich muss zugeben, dass die Zahl ein wenig geblufft ist, denn in den ersten 25 Tagen lag das Ding unbelebt herum wie die Urmasse auf der Erde. So scheine ich ein wenig gereifter, als ich es bin; das passiert mir mit meinem Aussehen auch immer wieder :-)

Die Unterscheidung der Zufälle übrigens ist für mich eine begriffliche, keine empirische; ich stelle einfach fest, dass in der Ideenwelt der Menschen zwei verschiedene Arten von Zufällen umherschwirren. Den Zufall, den Sie meinen, gibt es in der Natur natürlich nur einmal. Alles hat unendlich viele Ursachen, so dass es nie ganz gleich ist, und doch wellen sich Muster durch die Geschichte.

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