da und dort.

Kopenhagen ist schön, das haben mir meine Erinnerungen gesagt. Es ist rotorange, die Sonne steht tief, aber scheint warm, und es gibt viele Menschen, die etwas Schönes im Sinne zu haben scheinen, und die radfahren.

Die Uhr des Hauptbahnhofs zeigt an, dass Mitternacht schon vor mehr als einer ganzen Stunde war. Sie zeigt drei senkrechte Striche hintereinander, nur durch einen Doppelpunkt getrennt. Die Leuchtreklamen rundherum erzählen von Unternehmen, die ich nicht kenne, die aber wie überall schöne, positive Namen und aufeinander abgestimmte Farben tragen.

Neben mir liegt ein Bett, vor mir steht eine Flasche Bier, die ich genau gleich auch irgendwo anders kaufen könnte, und unter meinen Fingern arbeitet der Computer, wie ich es ihm auftrage. Bin ich hier? Oder bin ich dort, wo ich immer bin? Kann ich woanders sein, wenn mein Mensch hier ist? Kann es sein, dass ich gar nie fortkomme, und nur meine Sinne, wenn ich genau hinfühle, mir etwas anderes vorgaukeln?

Ich sehe mich im Spiegel, der an die Wand geklebt ist, die hinter dem Schreibtisch steht. Das beweist und widerlegt alles.
wvs - 31. Aug, 00:47

Wie gut, ....

daß wir Menschen über die Möglichkeit verfügen uns sowohl physisch wie psychisch an verschiedene Orte zu begeben - eine kleine Spinne, die ich kürzlich auf der Fußleiste meines Autos sah war nach fast 450 Km immer noch da - sie hätte wahrscheinlich ohne Hilfe der Technik & des Zufalls ihr Leben nur innerhalb eines begrenzten Radius zugebracht.

So konnte sie sich wenigstens einen anderen Teil der Welt ansehen. Ich selbst schätze dergleichen Ortsveränderungen auch sehr.


PS
[Wenn Sie Interesse hätten einige Aufzeichnungen zu meinem derzeitigen Aufenthalt zu lesen müßten Sie mir nun ihre E-Mail-Adresse mitteilen; der Kreis ist begrenzt, der Zugang passwortgeschützt.]

2. PS
1515 Tage - ich mag dergleichen Zahlenmuster .... manchmal habe ich schon bestimmte Beitragsziffern [http://panthol.twoday.net/stories/5881588/] bei "twoday" versucht zu bekommen z.B. volle Hunderttausender oder Zahlen aus völlig gleichen Ziffern [http://panthol.twoday.net/stories/1111111/] .... das geht, jeder Beitrag & Kommentar wird fortlaufend numeriert ....

moccalover - 2. Sep, 23:05

Die Spinne wird sich hoffentlich gut eingelebt haben dort, wo sie hinkam!

Ich jedenfalls mag das Spiel mit dem 'dépaisement', aber bisweilen bringt es mich eben auch durcheinander, zumal heute, wo die Räume sich verschieben.

Auf die Beitragsnummern habe ich bisher noch nicht geachtet, aber wenn ich etwas Schönes sehe, werde ich es Ihnen sagen.
wvs - 22. Sep, 01:54

Da haben Sie mir ....

mit dem "dépaysement " ein ordentliches Rätsel aufgegeben - zumal ich nur ein einziges Jahr Französisch in der Schule lernte, weil ich danach in den naturwissenschaftlichen Zweig wechselte und Französisch ablegte ....

"Das Fremdsein" / "Der Ungebungswechsel" - wie nah beienander doch diese Bedeutungen liegen .... irgendwie paßt es auch zu meiner Situation. Obgleich die menschlichen Verhaltensweisen und Charaktere sichn allenthalben in ähnlicher Form zu äußern scheinen ....
moccalover - 6. Nov, 00:18

ich wollte selbstverständlich keine rätsel aufgeben, aber ich hoffe, dass Sie daran Spass hatten. Dépaysement ist ein Fremdwort, das ich für mich verinnerlicht habe, weil es wohl kein deutsches Pendant für die Beschreibung dieses sanften und unterschwelligen Wachseins für das Fremde gubt, das mich immer wieder daran erinnert, an einem Ort zu sein, der weit weg von allem ist, was mir tief vertraut ist. Das Gefühl kommt unvermittelt und mit Details, und weckt einen, versetzt einen in Trance.
wvs - 6. Nov, 21:54

Obwohl ich ....

gelegentlich weit weg von allem bin das mir vertraut ist hatte ich sonderbarerweise noch nie das Gefühl etwas zu vermissen - es mag daran liegen, daß ich in meinem Leben an gut 30 verschiedenen Orten kurz oder länger gewohnt habe .... derart "Entwurzelte" kennen/haben keine "Heimat".

Bei der Suche nach dem französischen Begriff fiel mir auf, daß ich doch noch eine Menge Vokabeln erinnere - bedauerlich nur, daß ich sie nicht in Sätze zu formen weiß ....
moccalover - 6. Nov, 22:04

ich spüre keine Heimat, die darüber hinausginge, zu lieben, wo ich schöne und intensive, vielleicht auch intensiv schwere, Momente hatte. aber ich habe trotz aller Bewegung noch nicht genug den Wohnsitz gewechselnt, um mich zu entwurzeln. Aber da, wo ich sein will und auch wohne, ist da, wo ich mir als Kind und Jugendlicher das Leben vorstellte, nicht da, wo ich aufwuchs.

Und jede Heimat, die man sich nimmt, oder die einem gegeben, wird interessant, wenn man sich für sie interessiert - ich spüre auch keine Heimat, die etwas Besonderes wäre losgelöst von dem, was ich subjetkiv empfinde.

Wenn Ihnen nirgendwo etwas fehlt, dann haben Sie grosses Organisationstalent und geniessen grosse Zufriedenheit; beides freut mich für Sie.

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