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Ich spüre es, sagte Max letzthin zu Gerd, ich spüre es, und es stimmt mich vorfreudig und zuversichtlich. Die Frauen werden sich endlich befreien. – Wovon denn sollten die sich heutzutage noch befreien, wandte da Gerd gelangweilt ein. Sie haben sich aus ihrer Vormundschaft befreit, sie sind den Küchen und Waschküchen entflohen, und sie befreien sich immer öfter sämtlicher Körperbehaarung. Die Männer, die Frauen zu etwas zu zwingen vermögen, sterben nach und nach aus. Wovon, werter Max, sprichst du denn in aller Welt? – Von diesen dummen Kleidern spreche ich. Die Frauen werden all das enge Zeugs auf einen Haufen werfen und verbrennen. Sie werden listig geschwungene Tücher tragen, die ihren wundervollen Körpern die Form geben, die sie verdienen; sie werden schweben in wehenden Stoffen, die ihre Bewegungen atmen lassen. Und dann werden sie sich endlich wirklich frei bewegen können. Und es wird endlich ein bisschen wahr sein, wenn sie denken, dass sie sich bloss für sich selber schön kleiden. – Nun, sicher wird die Mode sich wieder ändern. Ich wäre schon lange dafür, ein Bundesamt für Mode einzurichten. Die könnten die Zyklen festlegen, in denen dies Rad sich um seine Achse dreht, und man wüsste ganz genau, dass die Jacke, die man einmottet, in sieben Jahren wieder behördlich beglaubigt wieder angesagt sein wird. – Einverstanden, Gerd, aber das enge Zeugs gehört trotzdem verboten. – Lassen wir es lieber, ich finde gerade, dass Du schändlich heuchlerisch sprichst, mein lieber Max. Ich kenne neben dir keinen, dessen Blick auch nur annähernd so verstohlen wie geniesserisch Dekolletes und Gesässbacken studiert. Ich muss fast befürchten, du erliegest da einem Taliban-Reflex. Was du nicht erträgst, was dich zu heiss macht, gehört weggesperrt und verboten. Du musst locker bleiben, heutzutage muss man damit eben umgehen können. – Du bist ungerecht. Schöne Frauen sind in jeder Kleidung schön, das weisst du genau. – Mach es nicht noch schlimmer, Max, ich müsste dich nur ein kleines bisschen weniger kennen, und schon müsste ich annehmen, dass du jetzt chauvinistisch wirst: … Oh, bitte, verschont mich vor diesen ach so schrecklichen Bauchfalten zwischen Pulloverrand und Hosenbund... Sei vernünftig, Max, das ist sehr überheblich, was du da sagst. – Kein Kommentar, wenn du so drauf bist, kann ich mich nur immer mehr verstricken, du legst es darauf an, so dass es mir nichts nützt, dass ich Recht habe und du notgeile Gespenster siehst. Nur soviel: Mich quält kein Anblick, und sei er noch von ganz anderer Sorte. Aber ich habe dieses Spiel satt, bei dem keine der beiden Parteien sich wohlfühlen kann.

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