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    <dc:publisher>moccalover</dc:publisher>
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    <title>kieselsteine</title>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1870983/">
    <title>santo.</title>
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    <description>santo subito. Das sagen einige, und manche schreiben es auf Plakate. Andere reiben sich die Geldzählhände, natürlich. Aber wenngleich es weltpolitisch unwichtig ist, ob der Vatikan die Karenzfrist zwischen Hinschied und Einleitung eines Sanktifizierungsverfahrens langsam auf Null verkürzt oder nicht - hinter dieser Frist stehen wohlüberlegte, gute Gründe (ein Lenker, wie es auch der Papst ist, sollte wenn möglich nicht in Versuchung kommen, sich schon als lebendig-halbheilig zu betrachten), die man höchstens deshalb leichtfertig übergehen darf, weil es sich hier eben - wie gesagt - um ein weltpolitisch unwichtiges Thema handelt. Oder fast, zumindest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir geht es nun aber darum, dass wir die Ideen hinter der Karenzfrist allgemein nutzbar machen und sämtliche öffentlichen (Medien!) Meinungsäusserungen verbieten sollten, die sich auf Stichworte wie &quot;Zeitenwende&quot;, &quot;Jahrhundert-XY&quot;, &quot;Epochenende/-anfang&quot;, &quot;Revolution&quot;, &quot;Paradigmenwechsel&quot; usf. stützen und die sich auf Ereignisse beziehen, die jünger als zehn Jahre sind. Ältere Ereignisse dürften von Historikerinnen und gewöhnlichen Männern auf der Strasse nach wie vor frei in Verbindung mit den verpönten Begriffen kommentiert werden. Das wäre doch etwas. Vielleicht noch nicht der beste, aber immerhin ein Vorschlag, für die Bekämpfung von eiligst abgegebenen, sef-fulfilling prophecies, die sich im Nachhinein als katastrophal erweisen.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kieselsteine.twoday.net/topics/Grundlegendes&quot;&gt;Grundlegendes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 moccalover</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-24T22:35:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1870991/">
    <title>minne.</title>
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    <description>&quot;Alles, was ich will, bist duuu!&quot; Unentwegt äfft Max den Gesang nach, dessen Fetzen mit dem böigen Wind vom Kirmesplatz zum Strassencafé getragen werden. &quot;Dabei&quot;, so unterbricht sich Max plötzlich, &quot;fragt sich ja vor allem eines, werter Herr Schlagersänger - was willst du danach?&quot; - &quot;Das ist doch nicht so gemeint, Max, dieser Text soll doch nur den Menschen ein wenig von der Hoffnung geben, dass irgendwo da draussen das andere, das wahre Leben stattfindet.&quot; - &quot;Sag ich ja, Gerd! Er lügt, der Minnensänger.&quot;</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kieselsteine.twoday.net/topics/Personen&quot;&gt;Personen&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1853253/">
    <title>kraft.</title>
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    <description>Es gibt ein Phänomen, das man psychologische Auslagerung nennen könnte. Weil Menschen, mit denen man zu tun hat, gewisse Gemüts- und Gefühlszustände haben und pflegen, können manche nicht umhin, sich genau hierin einen Anlass zu nehmen, ebendiese Zustände nicht auszuleben, auch wenn sie das Bedürfnis dazu eigentlich verspürten. So kommt es, dass die einen aus der anderen Furcht, Trauer und Elend Kraft zu schöpfen vermögen, weil ihre eigene Furcht und Trauer, ihr eigenes Elend ihnen auf einmal obszön vorkommt und verschwindet. Und diese Kraft kann allen zugute kommen.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kieselsteine.twoday.net/topics/Grundlegendes&quot;&gt;Grundlegendes&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2006-04-20T20:12:00Z</dc:date>
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    <title>job.</title>
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    <description>Ich möchte jetzt wirklich nicht, dass du mich falsch verstehst, ich will mich überhaupt nicht hochheben, aber dieses Gefühl, dass ihr alle irgendwie um meinetwegen da seid, dass ihr euch um mich so kümmert, dass ihr alle euren Job um mich herum macht, das schmeichelt mir trotz aller eitlen Dummheit dieses Gefühles immer wieder, und darum kann ich nie aufhören mit den Shootings, sagte der Model-Mann. - Du kannst aufhören, sagte hierauf der Lichtassistent, wenn du nicht da wärst, würden wir unseren Job um einen anderen Beau herum machen.</description>
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    <dc:date>2006-04-20T20:09:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1843089/">
    <title>rasieren.</title>
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    <description>&quot;Sie tat mir ein wenig leid. Man muss die Arme bewegen, wie diese Walker, man muss sich Stöcke vorstellen und sich von der Erde abstossen. Sie aber, sie joggte wohl, doch sie wusste nicht wohin mit ihren langen, dünnen Armen, und sie schwenkte sie auf Hüfthöhe hin und her, anstatt vor und zurück. Ich sehe rasch, ob eine dünn ist oder mager, und ihre Arme waren eben nicht dünn, sondern mager. Nur ihr Hintern war normal (richtig hübsch!), und mir war sofort klar, dass sie sich gerade deswegen hier quälte. Ich überholte sie dann. Sie trug eine Brille, das habe ich noch gesehen. Dieses Vergebene in unserem Tun, das hat mich für einen Moment lang berührt.&quot; Max giesst sich noch etwas Wasser nach, legt seine Füsse auf den Beistelltisch mit dem Radiorecorder und zündet sich eine Zigarette an. Gerd räumt in seiner akribischen Weise den Geschirrspüler ein und schweigt, so dass Max geräuschvoll Rauch ausbläst und weiterspricht: &quot;Weisst Du... Menschen, die sich den Intimbereich ganz oder partiell enthaaren, wollen damit ihre Sexualität im Alltag erleben, sie in den Alltag tragen. So wie manche immer und überall masturbieren müssen. Das ist so.&quot; Gerd wäscht sich lang die Hände, um sämtliche Spuren der Berührung mit der Spülmitteltablette abzuwischen, und dreht sich langsam um. &quot;Mal ganz abgesehen davon, dass du wieder einmal nicht vom F-Thema wegkommst - hast du dir einmal überlegt?&quot; - &quot;Was überlegt?&quot; - &quot;Hast du dir das einmal überlegt? Deine Alltagstheorien mögen ja von bewundernswerter analytischer Schärfe, ja, sie mögen gar einer höheren Weisheit teilhaftig sein. Aber letztlich sind sie vor allem eines - unnütz. Ach, übrigens, rasierst du dich denn allmorgendlich, um dich deiner Männlichkeit zu vergewissern?&quot; - &quot;Natürlich.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Max raucht vergnügt weiter, und nach jedem Zug nimmt er einen kleinen Schluck vom dunklen Puglieser. &quot;Diese Theorien, Gerd, sind sehr nützlich, sie dringen in den unbewussten Bereich, haken sich da fest und prägen deine Weltsicht. Und schon kennst du in diesem Chaos einen neuen, sicheren Hafen.&quot; Er grinst Gerd schelmisch an, währenddem er die Zigarette ausdrückt. - &quot;Bist Du jetzt eigentlich zufrieden?&quot; fragt plötzlich Gerd. &quot;Ich wollte damit doch nicht zufrieden werden, ich wollte bloss die Dinge zurecht rücken. Es ging nicht, das sah sie genau gleich. Wie könnte ich zufrieden sein, ich bin eigentlich traurig darüber; ich hatte die Beziehung ja gewollt, wir beide haben sie gewollt.  Ja, ihr habt gewollt, ihr habt es so sehr gewollt, und vielleicht habt ihr nur gewollt; darum ist es so lange gegangen.  Du bist ungerecht. Ich mochte nie einen Menschen so gerne riechen, so gerne spüren.  Das kann dir mit fast jedem passieren, wenn du nur willst. Gerade du bist der Prototyp des gefühlstechnischen Opportunisten. Übrigens: wenn das stimmt, was du da sagst, dann muss es dir ja sehr schwer gefallen sein, sie über Monate hinweg derart kaltzustellen; und wenn ich dich recht kenne, dann bemitleidest du dich auch noch ob dieser Bürde.  Ja, das ist so, und ich werde mich bessern, sobald ich kann, lieber Gerd!  Bleib bloss bescheiden, du schaffst das ohnehin nicht.  Ich kann mich doch jetzt nicht einfach gut fühlen? Ich muss ja auch etwas lernen aus dieser Geschichte, sonst wiederholt sich das immer wieder.  Musst du dich dafür so anschwärzen? Du willst immer der Engel sein, und dann schaffst du es nicht. Du willst der Superliebhaber, Superfreund sein, und dann schaffst du es nicht. Kein Übernahmeverschulden, Euer Ehren, da dem Beklagten schlicht die Fähigkeiten zum Einlösen des Versprochenen für jedermann offenkundig abgingen!  Danke, du bist sehr lieb zu mir.  Das hast du im Grunde gar nicht verdient. Sie ist eine Perle, weisst du das eigentlich? Du hast sie tausendmal anrennen lassen, du hast sie gemieden, wenn es nur ging.  Das war erst ganz am Schluss, sie hat zuerst geblockt; damals, als ich noch wie ein Hampelmann um sie herumzappelte. Und, gut, ich habe sie dann kopiert. Kinderspielchen, jawohl.  Hör einfach auf mit deiner Selbstkasteiung, und es wird schon viel besser. Lass deine Kinderromantik beiseite, verführe die Damen nicht mit Schauspiel, und es wird richtig gut. Ehrlich, Max, du brauchst sie wirklich nicht alle.  Ich bin mir sicher, dass wir in absehbarer Zeit Sensoren-Pads auf den Handinnenflächen tragen, mit denen wir die wichtigsten Funktionen unserer Kleidung und unserer Handgeräte steuern können. Wir werden uns rasch daran gewöhnen.  Ich bin mir sicher, dass du in absehbarer Zeit daherkommen und von einer neuen Mitarbeiterin des Haarpflegesalons erzählen wirst, die dir den Kopf derart zärtlich massiert habe, dass du sie zum Nachtessen habest überreden müssen.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
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    <dc:date>2006-04-18T21:52:00Z</dc:date>
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    <title>fliegen.</title>
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    <description>Niemand hat gestern meinem Mobiltelefon gesagt, dass es mich nicht wecken solle. Es konnte nichts dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fliege ja nicht wirklich häufig, und es fehlt mir gemeinhin auch nicht. Wohin sollte ich denn die ganze Zeit fliegen, warum in hochgezüchteten Räumen meine Zeit verleben. Und fast ist mir, als könnte dieser anstachelnde Zauber des blitzartigen Versetztseins sich verflüchtigen, flöge ich zu häufig. Wenn ich aber, wie gestern, im Zug aus Zürich hinausfahre, an abgestellten Fernzügen entlang und der Abendsonne entgegen, die sich daran macht, sich sanft auf die dunklen Rücken des Jura zu legen - und wenn ich dabei die Vielfalt der industriellen Niemandsländer, der Schrebergärten und der Leuchtbuchstaben im Schnelldurchlauf auf mich einwirken lasse, wenn dann ein noch gut erkennbares Flugzeug seine Nase steil in den hellen Himmel streckt, so wärmt mich doch der Wunsch, wieder einmal wegzufliegen. Und wenn es nur wäre, um mich durcheinander zu bringen. Und wenn es nur gälte, das Licht eines schönen Abends zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Haustüre dann, nachdem ich im Bahnhof beim Studium der Gesichter und des Verhaltens der Fans beider Gruppen nicht recht schlüssig geworden war, traf ich einen Fan (er trug ein rotweisses Halstuch, und seine weiter weg herumstehenden Freunde auch), der, im Türrahmen halb liegend verkeilt, zwar nicht schlief, aber sichtlich die Augen nicht mehr offenzuhalten vermochte. Ich sprach ihn leicht amüsiert an und machte ihn darauf aufmerksam, dass er sich für den kurzen Moment, in dem ich die Türe öffnen und das Haus betreten würde, selber halten müsse, damit er nicht mit dem Kopf auf den Steinboden falle. Er stand sogleich auf, nachdem er mich blinzelnd gemustert hatte, und entschuldigte sich artig lallend. &quot;Du musst dich doch nicht entschuldigen, ich will dir keine Umstände machen!&quot; Ich konnte endlich mein Bedürfnis stillen: &quot;Und, was habt ihr gemacht?&quot; - &quot;Hmmm, weiss nicht mehr.&quot; - &quot;Was, du weisst nicht mehr, ob ihr den Cupfinal gewonnen oder verloren habt?&quot; &quot;Nein, weiss nicht mehr. Zweieins, glaube ich.&quot;- &quot;Und für wen, das weisst du nicht mehr?&quot; - Jetzt drehte er einen Kreis auf dem Gehsteig, um sein Gleichgewicht zu halten. &quot;Nein... nein, wirklich nicht. ... Ist ja auch wursssss...t.&quot; Ich drehte mich in der Türe noch einmal um. &quot;Recht hast du, es ist ganz gleichgültig. Nun denn, einen schönen Abend noch, und gute Heimkehr!&quot; - &quot;Ja, danke, und schlaf dann gut!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht reicht es, im Kopf kurz wegzufliegen.</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kieselsteine.twoday.net/topics/Naechtlichtaeglich&quot;&gt;Naechtlichtaeglich&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2006-04-18T21:50:00Z</dc:date>
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    <title>anständig.</title>
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    <description>Als Kind denkt man ja, es sei bieder und spiessig, es sei höchst feige und allzu genügsam, sich damit zufrieden zu geben, ein anständiges Leben zu führen. Und später merkt man vielleicht, wie schwer einem schon das nur fallen kann.</description>
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    <title>heute.</title>
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    <description>Heute ist Ostern. An Weihnachten hat meine Mutter gesagt, ich sei schwererziehbar gewesen. Damals schrieb man das noch zusammen. Bis dahin hatte sie sich stets - hilflos lächelnd - der Formel &apos;es war nicht ganz einfach&apos; bedient. Und nun sprach sie es aus, als sei&apos;s ein derber Witz, doch ich sah ihr wohl an, wie es sie erleichterte, es ihr und mir einzugestehen. Die Weihnachtsrunde buchte das Ganze auf den familieneigenen Sarkasmus, man mag da ironische Übertreibungen allgemein sehr. Ich jedoch sass meiner Mutter am nächsten und sah ihre ernsten Augen über dem gezwängt heraufgebogenen Mund. Ich war zuerst erschrocken, sogleich aber ebenso erleichtert, wie sie es sein musste. Ich hätte nie erwogen, es ihr übel zu nehmen, dafür hatte sie viel zu sehr recht, und wirklich bemerkt hat es ausser mir niemand, dass sich da eine Art Paradigmenwechsel ausdrückte. Ich war ihr dankbar, dass sie dieses Stigma annahm, so dass ich das meine nicht mehr länger zu verstecken bräuchte. Ich spürte Anerkennung, wenngleich diese nur bitter schmecken konnte. Rotwein, wir tranken Rotwein an dem Tisch, denjenigen, den Grossvater jeweils aus den Burgunderferien importiert. Vielleicht machte er unsere Herzen einen Moment lang ein wenig freier. Schwer erziehbar - ja, das hätte ich immer als Kompliment betrachtet. Und durch die Mauer hinter meinem Bett höre ich nun eine praktizierende Schreitherapiegruppe. Mehr Rotwein.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
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    <dc:date>2006-04-16T18:57:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1835018/">
    <title>fenster.</title>
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    <description>Ich hatte bestimmt kein Mitleid erwecken wollen. Gut, ich war nicht gerade allwetterfest gekleidet, denn ich trug bloss eine Windjacke, und der Regen fiel dicht und fast waagerecht. Aber ich war nicht weit von zuhause, die Jacke hielt das Nötige ab, und ich hatte mich in den Windschatten einer breitstämmigen Platane gelehnt, die für mich die gröbsten Regenböen auffing. So konnte ich verweilen, bis das unstete Wetter sich plötzlich wieder eines anderen besinnen würde. So konnte ich das Schauspiel aus seiner Mitte heraus verfolgen. Mit nassen, zugekniffenen Lidern schaute ich zum Himmel und auf den Fluss, auf dessen milchiggrüner Oberfläche der Wind wilde Regenbilder malte. An einem der Häuser auf der anderen Seite der Strasse, die ich mit meinem Blick ab und an abwechslungshalber streifte, fiel mir ein geöffnetes Fenster im Erdgeschoss auf. Der Raum dahinter war so dunkel wie der Himmel und der Tag. Ich musste immer wieder zu dem Fenster schauen, die Flügel bewegten sich im Wind und schlugen gegeneinander. Ihr klares Geräusch hob sich vom weichen Rauschen der Tropfen hart ab und erschreckte mich. Ich schaute lange auf den Fluss und auf die Regenschwaden  und auf einmal stellte ich mir vor, dass ich eingeladen werde, in diesen dunklen Raum, dass da eine südländische Grossfamilie wohne, dass man mich zu Tische bitte. Ich drehte mich erneut nach dem Fenster um und sah darin eine dünne, schwarzhaarige Frau in weiten Kleidern stehen. Sie lehnte weit heraus, blickte zu mir herüber, gestikulierte, und ich zuckte lächelnd ein paar Mal mit den Schultern und schielte bedeutungsvoll zum Himmel. Sie sagte ein paar Dinge, die ich nicht verstand, und sie drehte sich dabei auch immer wieder nach hinten, in den dunklen Raum, aus dem dumpf eine Männerstimme drang. &quot;Sie können gerne hier kommen, wenn Sie mögen!&quot; verstand ich nun. &quot;Danke!&quot; erwiderte ich reflexartig, blieb aber ruhig stehen. Sie hatte meinen Dank als Annahme aufgefasst (vielleicht hatte ich leicht genickt) und blickte mich erwartend an. Was kann man tun, wenn man sich etwas rein Phantastisches ausdenkt, und es passiert im nächsten Augenblick? Ich jedenfalls war nicht darauf vorbereitet, dass auch nur im Entferntesten ein Teil dieser Phantasie wahr werden könnte. &quot;Ach, wissen Sie, es ist sicher bald vorüber, und ich bin ja gut geschützt. Aber Ihre Einladung ist sehr lieb, und ich werde gern kommen, wenn es noch übler wird.&quot; Sie fragte noch einmal nach, liess dann aber ab und verschwand in der Wohnung. Das Verschwinden habe ich erst später bemerkt, ich hatte mich davor schon abgewandt und wieder den Fluss fixiert. Der Regen fiel nach einer Weile endlich schwächer, und ich machte mich wieder auf den Weg. Die Frau war nicht mehr erschienen.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
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    <dc:date>2006-04-16T18:55:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1835022/">
    <title>fehlen.</title>
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    <description>Es wäre schlimm gefehlt, etwas nicht haargenau betrachten zu wollen, bloss weil man es vielleicht schlecht findet.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 moccalover</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-16T17:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1681231/">
    <title>bäuchlings.</title>
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    <description>Das Bauchgefühl gehört beachtet. Das hört man, und das glaube ich nun auch ein wenig. Nicht etwa deshalb, weil es recht hätte, weil es richtiger läge als andere Meinungen, weil es der Wahrheit insgesamt näher käme. Sondern, weil es sich durch nichts beirren lässt, immer wieder gleich kommt, einem immer und immer wieder in dieselbe Richtung drängt, in dieselben Gefühlswelten führt, zu denselben unbewussten Überzeugungen und Urteilen bewegt. Und weil es sich immer mit dem Lächeln desjenigen, der es schon immer besser wusste, in unsere Welt einmischt, unsere Welt nach seinem Geschmack prägt und uns seine Sicht der Dinge aufzwingt, tut Gutes für sich, wer dem Bauchgefühl die ihm gebührende Ehre erweist.</description>
    <dc:creator>moccalover</dc:creator>
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    <dc:date>2006-03-10T20:04:35Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kieselsteine.twoday.net/stories/1681219/">
    <title>richtig.</title>
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    <description>Barbara will alles richtig machen. Ganz besonders möchte sie ihren ehemaligen Freund nicht erschrecken, der viel zu rasch abgesprungen ist und mit dem sie immer noch so viel erleben will, um ihn erst einmal richtig kennen zu lernen. Es bestehen gute Chancen, denn in den zwei Jahren seither haben sich beide verändert, und sie trafen sich jetzt an neuem Ort. Sie sind offenbar wieder neugierig aufeinander geworden (oder sind es einfach geblieben). Nur ein paar Wochen noch, dann hat er die Prüfungen hinter sich, die sie beaufsichtigen und korrigieren muss, und dann können sie es wagen, sich zu treffen, sich mit Blicken, Begriffen, Erinnerungen und weiteren Gefühlsäusserungen abzutasten und dazu Grüntee zu trinken. Er hat sich in ihren Augen sehr rätselhaft verhalten, hat ihr versichert, wie schwer es sei, sie als Prüfungsaufsicht zu wissen. Er hat betont, dass er ihr nicht wieder hätte begegnen wollen, und auf Nachfrage hat er eingeräumt, dass das sich natürlich nur im Hinblick auf diese Prüfungen so verhalte. Und dann sass er, bedingt durch administrative Zufälle, in der ersten Reihe vor ihrem Gesicht. Ja, so sagt sie mir erst ganz zum Schluss, ja, sie haben schon einen Termin ausgemacht, ein paar Wochen nach dem Prüfungsabschluss. Es wird gutkommen, wenn er noch oder wieder will, was ich nicht weiss, weil ich ihn nur aus ihren Schilderungen heraus kenne. Doch ich fürchte, dass es der grösste und zugleich beliebteste Fehler sein könnte, alles richtig machen zu wollen, wenn es um das Balzverhalten geht. Anstrengung ist nicht problematisch, sondern Verstellung, und vor allem die Angst, einen Zeitpunkt zu verpassen, einen Tonfall zu verfehlen, einen Witz zu verhauen. Wer dem Schicksal gleichzeitig derart misstraut (und nicht darauf vertrauen kann, dass es, wenn es solle, so oder so gut ende, dass das Schicksal uns auch als gewöhnliche Menschen fördert) und dazu blind irgendwelchen Regeln folgt (man muss es genau so und so machen, sonst hat man keine Chance), bindet sich einen dicken Stock zwischen die Füsse. Wenn wir den anderen nicht auch ohne Feuerwerk beeindrucken, dann ist der überheblich, oder einfach uninteressant für uns. Wer nicht einmal mag, wie wir uns in diesem Ausnahmezustand verhalten, der wird uns nie richtig mögen, der wird wahrscheinlich gar nie richtig mögen. Barbara wird alles richtig machen, weil sie gar nicht recht merkt, wie sie keinen ihrer Vorsätze umzusetzen vermag und ihm so offen wie nur möglich gegenübertreten wird. Was er gemacht haben wird, erfahre ich vielleicht einmal.</description>
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    <dc:date>2006-03-10T20:01:19Z</dc:date>
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    <title>amputation.</title>
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    <description>Er hat diese typischen, von blassrötlichen Schwellungen umrandeten Glubschaugen, die jene Kinder haben, denen man den Mangel an Lebensfähigkeit, ihre Unverträglichkeit mit der Welt, ansieht. Das macht ihn so eklig, es macht ihn so schwächlich und dümmlich. - Wie kannst du bloss so weit nach unten greifen, wie kannst du so primitiv werden? Was kümmert dich diese Kleinigkeit, das ist so niederträchtig. Du bist doch sonst so zurückhaltend in Meinung und Ausdruck. Warum musst du jetzt auf seinen Augenringen herumhacken? - Es tut mir leid, ich muss es tun, sonst würde ich mich in ihn verlieben.</description>
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    <title>danke.</title>
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    <description>Du erhellst meine Nacht.&lt;br /&gt;
Du erweichst meine Schritte.&lt;br /&gt;
Du schluckst allen Lärm.&lt;br /&gt;
Du besänftigst die Rauheit.&lt;br /&gt;
Du schmückst meine Haare.&lt;br /&gt;
Du erweckst meine Sinne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke, Schnee.</description>
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    <title>stocklandung.</title>
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    <description>Von &lt;a href=&quot;http://yester.twoday.net/stories/1533325/&quot;&gt;yester&lt;/a&gt; kam viel früher als gestern schon ein Stöckchen. Voilà.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Jobs in/aus meinem Leben: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
~ Eisen binden auf dem Bau&lt;br /&gt;
~ Umfragen an der Haustür&lt;br /&gt;
~ Univ. Ass.&lt;br /&gt;
~ Nächtliches Abfallsammeln auf Open Air Festival&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Filme, die ich immer wieder sehen kann: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
~ Happiness&lt;br /&gt;
~ In The Mood For Love&lt;br /&gt;
~ The Sweet Hereafter&lt;br /&gt;
~ The Man Who Wasn&apos;t There&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Orte, an denen ich immer in derselben Stadt in Niedersachsen gelebt habe: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hä?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 TV-Serien, die ich sehr gern sehe, wenn ich sie sehe, wenn ich Zeit habe und Lust und so rein gar nichts anderes zu tun:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
~ South Park&lt;br /&gt;
~ Simpsons&lt;br /&gt;
~ Es gab da mal im ORF eine abgedrehte Sendung, gemacht aus Mitschnitten irgendwelcher Sendungen und einem wahnsinnig bissigen, zynischen und zugleich coolen Kommentar aus dem Off. Wenn jemand weiss, wie das hiess bzw. heisst: Das meine ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Orte, an denen ich Urlaub gemacht habe: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
~ Bleiken bei Oberdiessbach&lt;br /&gt;
~ Kangerlussuaq in Grönland&lt;br /&gt;
~ Kühtai im Tirol&lt;br /&gt;
~ Joensuu im finnischen Wald&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 meiner Lieblingsgerichte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
~ Rösti mit Speck, Zwiebeln und Käse überbacken&lt;br /&gt;
~ Linguine mit Pilzrahmsauce&lt;br /&gt;
~ Käsenockerln&lt;br /&gt;
~ Gebrannte Mandeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Webseiten, die ich täglich besuche: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
~ bluewin.ch&lt;br /&gt;
~ nzz.ch&lt;br /&gt;
~ bger.ch&lt;br /&gt;
~ sf.tv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Orte, wo ich jetzt lieber wäre:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe oben (Urlaub)</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kieselsteine.twoday.net/topics/Faul&quot;&gt;Faul&lt;/a&gt;</dc:subject>
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   <title>find</title>
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